• Makroökonomische Simulationen

Als Instrument der quantitativen volkswirtschaftlichen Analysen dient das am Energieinstitut an der JKU Linz entwickelte Simulationsmodell MOVE2 (bzw. das Vorgängermodell MOVE), welches zur detaillierten Analyse ökonomischer (wirtschaftspolitischer, energiepolitischer und struktureller) Veränderungen sowie insbesondere Veränderungen am Energiemarkt in (Ober)Österreich konzipiert wurde. Das Simulationstool ist als makroökonometrisches Modell konzipiert, welches zusätzlich zur Wirtschaftsleistung verschiedener Sektoren die Energieflüsse von unterschiedlichen Energieträgern genauestens modelliert. Das Modell MOVE2 sowie das Vorgängermodell MOVE wurden bereits in zahlreichen Untersuchungen zur Beantwortung energie- und umweltökonomischer Fragestellungen auf regionaler und nationaler Ebene genutzt.

 

  • Energie- und umweltpolitische Analysen

Hier liegt ein Schwerpunkt auf der Beurteilung der Wirksamkeit und Kosteneffizienz energie- und umweltpolitischer Maßnahmen und Instrumente und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Beschäftigung. Dazu gehört eine akteursspezifische Analyse der Interessen verschiedener Marktteilnehmer, aber auch der politischen oder gesellschaftlichen Entscheider. Dabei steht die Interaktion verschiedener politischer Ebenen – von der globalen und EU-weiten Energie- und Klimaschutzpolitik bis zur regionalen Ebene im Fokus. Zusätzlich helfen regulierungsökonomische Ansätze dabei einerseits unmittelbaren Wettbewerbseffekte an Energiemärkten und andererseits marktsteuernden Eingriffe wettbewerbsbehördlicher oder regulierungsbehördlicher Natur zu untersuchen. Die Betrachtung von rechtlichen Rahmen sowie von Förderinstrumenten und deren Wirkungen auf die Gesellschaft, Unternehmen und Institutionen ist dabei essentiell.

 

  • Public choice Analysen & Governance

Als Ergänzung zu den energie- und umweltpolitischen Analysen werden zur Einschätzung der realpolitischen Umsetzbarkeit energie- und umweltpolitische Instrumente anhand der Ansätze der modernen politischen Ökonomie Entscheidungsprozesse analysiert und bewertet. Dabei werden im politisch-institutionellen Rahmen begründete Anreizprobleme für politische Entscheidungsträger identifiziert und die daraus resultierenden Politikergebnisse kritisch beurteilt. Letztendlich können alternative Gestaltungsmöglichkeiten politischer Rahmenbedingungen und deren Vor- und Nachteile abgeleitet werden.

 

  • Roadmapping

Bei Roadmaps ist grundsätzlich zwischen zwei Ansätzen zu unterscheiden: erstens der Planungsansatz, der einen erforderlichen Ablauf hin zu einem bestimmten, gewünschten Ergebnis skizziert, zweitens der explorative Ansatz, der zukünftige Entwicklungen vorauszusehen versucht. Vor allem der Planungsansatz ist dann interessant, wenn ein Commitment zu bestimmten Zielrichtungen besteht oder klare Ergebnisse angestrebt werden. Dann kann durch Einbindung von Stakeholdern und Experten die Zielsetzung in Form einer Vision klar herausgearbeitet werden und die entsprechenden Schritte, die zur Erreichung dieser nötig sind, erörtert werden. Die Strukturierung des Zielerreichungspfades in kleinere, mit Meilensteinen und Indikatoren abgegrenzte und zu bewältigende Schritte vermeidet Unsicherheiten und erlaubt eine bessere Planung. Roadmapping ist damit ein Hilfsmittel zur Gestaltung staatlicher und betrieblicher Politiken. Im explorativen Ansatz kann die Roadmap-Methode zur Analyse von wahrscheinlichen Ergebnissen aufgrund gegebener Entwicklungen und Politiken eingesetzt werden und gegebenenfalls ein Korrektiv ableiten.

Ansprechpartner: Dr. Sebastian Goers, Dr. Simon Moser und Dr. Andrea Kollmann